Chancenreich

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Bündnis für inklusion am Arbeitsmarkt

Bündnis für inklusion am Arbeits-markt

Weil jeder Mensch eine Chance braucht. Und verdient.

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Unsere forderungen

Unsere forderungen

Stabil finanzieren statt kürzen

Berufliche Inklusion braucht eine verlässliche, von Konjunkturschwankungen unabhängige Finanzierung. Kürzungen bei Programmen zur Qualifizierung, Vermittlung und Begleitung von Menschen mit Behinderungen sind teuer – weil sie Arbeitslosigkeit, Armutsrisiken und Folgekosten erhöhen.

Ausgleichstaxfonds sichern

Der Ausgleichstaxfonds (ATF) ist ein zentrales Instrument zur Finanzierung beruflicher Inklusion und beruflicher Assistenz am Arbeitsplatz. Er muss langfristig abgesichert und ausreichend dotiert sein.

Gleiche Chancen für alle

Viele Menschen mit höherem Unterstützungsbedarf arbeiten heute nur für ein Taschengeld und haben kaum Zugang zu regulärer Beschäftigung. Nur in vier Bundesländern gibt es Angebote zur beruflichen Inklusion für diese Gruppe. Diese Angebote müssen überall im Land zur Verfügung stehen. Auch brauchen diese Menschen ein Rückkehrrecht in Tagesstrukturen, damit Arbeitsversuche und Übergänge in bezahlte Beschäftigung ohne Existenzangst möglich sind.

Inklusive Bildung und Ausbildung als Fundament

Eine inklusive Schule und Berufsausbildung ist die Grundlage für spätere Teilhabe am Arbeitsleben. Fehlende Ressourcen, unzureichender Zugang zu Schulassistenz und Ausgrenzung erschweren den späteren Einstieg in die Erwerbsarbeit. Es braucht eine politische Schwerpunktsetzung auf inklusive Bildung und Berufsausbildung.

So gelingt Inklusion im Unternehmen

So gelingt Inklusion im Unternehmen

Diese Video-Playlist zeigt Menschen mit Behinderungen, die bereits erfolgreich am ersten Arbeitsmarkt arbeiten.

Hinweis: Zum Abspielen der Videos bitten wir Sie, die Cookies zu akzeptieren.

Hier gehts zur vollen YouTube Video-Playlist:

IKEA Austria

Bei IKEA glauben wir fest daran, dass Vielfalt eine Stärke ist. Jede Person kann – unabhängig von ihren Fähigkeiten – einen einzigartigen Beitrag leisten. Deshalb stehen wir für Karrieren ohne Barrieren und schaffen Rahmenbedingungen, in denen sich alle entfalten können.
Nicole Steger
Equality, Diversity & Inclusion Leader

REWE International AG

Inklusion am Arbeitsmarkt steht für uns für echte Teilhabe, Respekt und Chancengerechtigkeit. Wir beschäftigen konzernweit über 1.000 Mitarbeitende mit Behinderungen und setzen uns gemeinsam mit dem Bündnis Chancenreich für verlässliche politische Rahmenbedingungen ein.
Marcel Haraszti
Vorstand

Österreichische Post AG

Arbeiten in einem Unternehmen – trotz, vor allem aber mit einer Behinderung. Teilhabe, gestalten und Verantwortung übernehmen kann, braucht es Mindset und Strukturen. Wir unterstützen, damit jeder Mensch mit Behinderung, eine echte Chance auf Arbeit, Selbstbestimmung und Würde hat.
Sabine Weber-Treiber
Diversity-Managerin

Betonwerk Jungwirth GmbH

Inklusion ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Wenn wir uns als Gesellschaft weiterentwickeln wollen, dann muss es zu einer Selbstverständlichkeit werden, dass Menschen mit Behinderung gleichberechtigt am ersten Arbeitsmarkt teilnehmen können.
Kathrin Jungwirth
Prokuristin

Diakonie

Als Teil des Bündnisses setzen wir uns für Rahmenbedingungen ein, die allen Menschen ermöglichen, ihre Fähigkeiten zu entfalten, existenzsichernd zu arbeiten und selbstbestimmt teilzuhaben – damit Inklusion politisch und gesellschaftlich dauerhaft verankert wird und niemand ausgeschlossen bleibt.
Maria Katharina Moser
Direktorin

STIMPFL Textile Care GmbH

Für uns ist Inklusion kein Schlagwort, sondern eine Frage der Haltung, wir geben Menschen Chancen und gewinnen dabei selbst an Stärke.
Daniel Stimpfl
Geschäftsführer

Dachverband Berufliche Inklusion-Austria (dabei-austria)

Ein inklusiver Arbeitsmarkt ist volkswirtschaftliche Notwendigkeit. Statt Sonderstrukturen braucht es reguläre Beschäftigung. NEBA-Angebote zeigen: Mit gezielter Unterstützung gelingt Teilhabe am ersten Arbeitsmarkt – im Interesse von Menschen, Wirtschaft und Gesellschaft.
Andreas Jesse
Vorstand

Lebenshilfe Österreich

Jeder in berufliche Teilhabe investierte Euro schafft Chancen, fördert Selbstbestimmung und stärkt nachhaltig Wirtschaft, Gesellschaft und Menschen mit Behinderungen. Lohn statt Taschengeld muss Realität werden!
Philippe Narval
Generalsekretär

Zero Project & Essl Foundation

Die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen ist weit mehr als ein Sozialprojekt – sie ist ein echter Wirtschaftsfaktor. Es entsteht eine klare Win-Win-Win-Situation: Volkswirtschaftlich, da die Beschäftigung 14-mal kosteneffizienter ist. Betriebswirtschaftlich, weil Unternehmen angesichts eines Bevölkerungsanteils von 15 % mit Behinderung auf dieses wertvolle Fachkräfte- und Kundenpotenzial nicht verzichten sollten. Und personalwirtschaftlich, da Inklusion die Unternehmenskultur nachweislich stärkt und bereichert.
KR. Martin ESSL
Gründer

Hotel Wesenufer

Das Hotel Wesenufer – ein Angebot der pro mente OÖ - ist das erste und einzige Inklusionshotel Österreichs, das aktive Sozialarbeit mit einem hohen Dienstleistungsniveau verbindet. Der zentrale Gedankenansatz ist die Inklusion – verstanden als selbstverständliche Anerkennung jedes Menschen in seiner Individualität sowie als Möglichkeit, gleichberechtigt und in vollem Umfang am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben.
Claudia Gumpetsberger
Stv.-Hotelleitung, Leitung Marketing & Veranstaltungsmanagement

ÖZIV Bundesverband

Menschen mit Behinderungen verdienen Chancengleichheit! In der UN-BRK ist festgehalten, dass Staaten für gleichberechtigte Teilhabe am Berufsleben sorgen und die erforderlichen Unterstützungsleistungen bereitstellen. Die Angebote des ÖZIV und anderer Träger leisten hier einen zentralen Beitrag.
Rudolf Kravanja
Präsident

myAbility Social Enterprise GmbH

Inklusion ist ein Menschenrecht und ein unverzichtbarer Wirtschaftsfaktor. Mitarbeitende mit Behinderungen machen österreichische Unternehmen erfolgreicher. Die nötigen Rahmenbedingungen für eine chancengerechte Wirtschaft müssen langfristig gesichert und zukunftsfit gestaltet werden.
Wolfgang Kowatsch
Managing Director & Co-Founder

KOBV Österreich - Der Behindertenverband

Menschen mit Behinderungen sind ein wertvoller Teil unserer Gesellschaft. Wie alle Menschen haben sie Ideen, Fähigkeiten, Wissen und Erfahrungen, die sie einzigartig machen und die Unternehmen weiterbringen. Die Inklusion von Menschen mit Behinderungen am Arbeitsmarkt öffnet Türen, durch die Sichtweisen offenbart werden, die für Menschen ohne Behinderungen neu sein mögen, von denen aber alle profitieren und bereichert werden. Gleichzeitig gibt ein sozialversicherungsrechtliches Anstellungsverhältnis Menschen mit Behinderungen Sicherheit und ermöglicht ihnen die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben – in Zufriedenheit und mit Freude. Genau das ist es, was zählt.
Franz Groschan
Präsident

Haus der Begegnung

Uns ist Teilhabe und Chancengerechtigkeit sehr wichtig, weil wir uns mit unserer Bildungsarbeit auch für eine Verbesserung der Lebens-und Arbeitsbedingungen einsetzen. Dadurch wird es ein lebendiges Ganzes!
Geschäftsführerin

Responsible Annotation

Inklusion darf kein Nischenthema bleiben. Viele unsichtbare Talente stoßen auf viele Barrieren. Mit KI eröffnen sich aktuell neue Wege. Wir setzen uns für eine inklusive Arbeitswelt und für unsere Kompetenzgruppe Annotation ein und suchen ein starkes Bündnis, um echte Teilhabe gut zu gestalten.
Martin Hartl
Vorsitzender / Inclusive Annotation

Wien Work integrative Betriebe und AusbildungsgmbH

Als gemeinnütziger Betrieb erfüllen wir in Balance zwischen sozialem Auftrag und unternehmerischer Verantwortung unsere Aufgaben. Damit tragen wir zur Umsetzung einer inklusiven Gesellschaft bei und sensibilisieren für arbeitsmarktpolitische Anliegen von behinderten und benachteiligten Menschen.
Christoph Parak
Geschäftsführer

equalizent Schulungs- und Beratungs GmbH

Die Inklusion von Menschen mit Behinderungen am Arbeitsmarkt ist ein Gewinn für jedes Unternehmen und jedes Team. Sie fördert einen Perspektivenwechsel: weg vom Defizitdenken, hin zur Potenzialorientierung. Davon profitieren alle Mitarbeitenden – fachlich wie kulturell.
Marietta Adelbrecht
Geschäftsführerin

Wir stehen für einen inklusiven Arbeitsmarkt

Wir stehen für einen inklusiven Arbeitsmarkt

Logo der Caritas Österreich mit der Wortmarke "Caritas & Du" in schwarzen Buchstaben.
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Logo der Diakonie Österreich mit einem Geschenk-Symbol in blauen Buchstaben.
Das Bild zeigt ein Logo mit folgendem Aufbau: * Oben groß die Buchstaben **„dib“**, wobei * „d“ und „b“ in Dunkelgrau/Schwarz gehalten sind * das „i“ in **Rot** hervorgehoben ist (inklusive rotem Punkt) * Darunter steht in kleinerer Schrift: **„die integrativen betriebe österreich“** Die Gestaltung ist modern und reduziert. Das farblich betonte „i“ kann symbolisch für **Inklusion oder Individualität** stehen, passend zum Inhalt des Namens.
Logo mit dem Schriftzug „equalizent“ in Grün und dem Zusatz „Bildung · Beratung · Gebärdensprache“ darunter.
Das Logo gehört zu **„Fokus Mensch – Forum für Menschen mit Behinderung“**. **Beschreibung:** * Links sieht man ein stilisiertes, farbenfrohes Symbol: * Gelb, Grün, Rot und Blau bilden gemeinsam eine abstrahierte Figur bzw. Bewegung – das wirkt dynamisch und inklusiv. * Rechts daneben steht groß der Schriftzug: * **„FOKUS MENSCH“** (wobei „FOKUS“ hervorgehoben ist) * Darunter in kräftigem Rot: * **„FORUM FÜR MENSCHEN MIT BEHINDERUNG“** **Wirkung & Aussage:** Das Logo transportiert sehr klar das Thema **Inklusion und Vielfalt**. Die bunten, lebendigen Farben stehen für unterschiedliche Menschen, während die Form Bewegung, Zusammenhalt und Begegnung symbolisiert.
Logo mit dem Schriftzug „Gin“ in Blau und dem Zusatz „gemeinsam inklusiv“ in kleinerer Schrift daneben.
Logo mit stilisierten orangefarbenen Personenfiguren links, dem Schriftzug „DER“ in der Mitte und dem Logo der „Diözese Innsbruck“ rechts.
Das Bild zeigt das Logo von **Inklusion Österreich**: * Schwarzer Schriftzug „Inklusion Österreich“ auf hellem Hintergrund * Rechts daneben eine gelbe, blumenartige Form mit einer kleinen Öffnung in der Mitte * Klare, moderne Typografie und reduzierte Gestaltung Das Logo kombiniert Text und Symbol und steht visuell für Themen wie **Teilhabe, Vielfalt und Zusammenhalt**.
Schriftzug „IKEA Austria GmbH“ in Schwarz, daneben das IKEA-Logo in Blau und Gelb.
Logo mit rotem Hintergrund und großem weißen „IN“, darunter der Schriftzug „INTERSPAR“ mit grünem Symbol.
Logo mit dem Schriftzug „JUNGWIRTH“ in dunklem Türkis und dem Slogan „beton. unser element.“ darunter; ergänzt durch grafische Linien in Türkis und Gelb.
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Logo des KOBV Österreich mit dem Untertitel „Der Behindertenverband“ in roten Buchstaben.
Logo mit dem Schriftzug „lebenshilfe“ in Grün und „Österreich“ in Grau.
Das Logo zeigt das bekannte Markenzeichen von **McDonald's**: * Den roten Hintergrund * Die berühmten goldgelben Bögen, das sogenannte **„Golden M“** * Darunter den weißen Schriftzug **„McDonald’s“**
Logo mit dem Schriftzug „myAbility“ in Schwarz; das „A“ ist grün gestaltet und enthält ein stilisiertes Pfeilsymbol.
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Logo des "ÖZIV BUndesverband" mit dem Untertitel „Für Menschen mit Behinderungen“ in schwarz, weis, rot.
Logo mit gelbem, stilisiertem Posthorn-Symbol auf schwarzem Hintergrund.
Logo mit dem Schriftzug „pro mente“ in Grau, getrennt durch eine Linie, und „OÖ“ in Rot.
Logo mit dem Schriftzug „PRIMARK“ in hellblauer Schrift.
Schriftzug „responsible annotation“ in Türkis und Grau auf schwarzem Hintergrund, umgeben von kleinen farbigen Punkten.
Logo mit abstrakten grünen Formen und dem Schriftzug „Responsible Annotation Services“ in Dunkelgrün.
Logo mit dem Schriftzug „REWE“ in Grau, daneben zwei farbige Quadrate in Rot und Gelb sowie dem Zusatz „GROUP“.
Logo mit dem Schriftzug „Sedlak“ in Blau auf schwarzem Hintergrund sowie dem Zusatz „Bauunternehmen“ darunter.
Logo mit handgezeichnetem türkisfarbenem Kreis und dem Schriftzug „So & Anders“ in schwarzer Schreibschrift; darunter steht „qualifiziert am Arbeitsmarkt“.
Logo mit blauem Quadrat und weißem „S“, daneben der Schriftzug „STIMPFL“ in Blau sowie darunter „TEXTILE CARE GMBH“ in schwarzer Schrift.
Logo mit blauem, dreieckigem Symbol auf schwarzem Hintergrund und dem Schriftzug „tristar Hotels“ in Blau und Grau darunter.
Logo mit dem Schriftzug „UNI LOUNGE am campus innrain“ sowie dem Zusatz „UNI-CAST“; darunter eine dekorative Leiste mit kleinen Symbolen.
Logo mit dem Schriftzug „UNIQA“ in Blau und dem Slogan „gemeinsam besser leben“ darunter.
Logo mit dem Schriftzug „WESENUFER“ und stilisiertem „W“ mit Wellenmotiv; darunter steht „HOTEL & SEMINARKULTUR AN DER DONAU“.
Logo mit den Buchstaben „W“ und „H“ in Weiß auf dunkelblauem Hintergrund; dazwischen ein blaues Quadrat mit rotem Dachsymbol.
Logo mit grünem Pflanzensymbol in einem Kreis und dem Schriftzug „Zero Project“ in Grün.

Presse-Bereich

Presse-Bereich

Fünf Personen sitzen an einem Tisch mit Mikrofonen und Namensschildern vor einer Tafel mit der Aufschrift "CHANCENREICH BÜNDNIS FÜR INKLUSION AM ARBEITSMARKT", die auf die Lebenshilfe Österreich - Inklusion und Teilhabe für Menschen mit Behinderungen hinweist. Bücher säumen den Hintergrund.
Von Links nach Rechts: Lina Kasapoglu (Arbeitgeberin, Cafè Insieme), Verena Köll (Arbeitnehmerin mit Behinderung, Cafè Insieme), Philippe Narval (Generalsekretär, Lebenshilfe Österreich), Anna Parr (Generalsekretärin, Caritas Österreich), Andreas Jesse (Vorsitzender Stellvertreter, dabei-austria) © Chancenreich

Erstes Bündnis für Inklusion am Arbeitsmarkt: Unternehmen und NGOs vereinen ihre Kräfte

Wien, 4. Mai 2026

Anlässlich des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen am 5. Mai setzen führende Sozialorganisationen und Unternehmen ein starkes Signal für mehr gesellschaftliche Teilhabe. Sie gründen das erste, österreichweite „Bündnis für Inklusion am Arbeitsmarkt – Chancenreich“. Ihr gemeinsames Ziel: Inklusion am Arbeitsmarkt zur österreichweiten Selbstverständlichkeit zu machen.

Unter dem Dach des neuen Bündnisses vereinen sich Organisationen und Dachverbände wie Caritas Österreich, Dachverband Berufliche Inklusion-Austria (dabei-austria), Diakonie Österreich, KOBV Österreich, Lebenshilfe Österreich, ÖZIV und Zero Project mit Unternehmen – Großkonzerne, KMUs und kleine Betriebe – wie Betonwerk Jungwirth, IKEA Österreich, Interspar, Kapsch TrafficCom, Post AG, Primark, Sedlak Bau, Stimpfl Textil Care, tristar Hotels, MyAbility, Responsible Annotation, REWE Group, UNIQA, Wesenufer Hotel, Würth Hochenburger. Allesamt stellen Menschen mit Behinderungen an. Deren konkrete Lebensgeschichten und Fallbeispiele zeigen: Berufliche Inklusion – auch von Menschen mit höherem Assistenzbedarf – ist möglich, doch es braucht entsprechende Unterstützung und Begleitung, denn aktuell sind nur 15 % der Menschen mit Behinderungen in Österreich erwerbstätig*. Kürzungen in diesem Bereich sind der falsche Weg.

Inklusion am Arbeitsmarkt – ein Mehrwert für alle
Menschen mit Behinderungen wollen selbstständig leben und arbeiten. Philippe Narval, Generalsekretär der Lebenshilfe Österreich und Mitinitiator des Bündnisses, bringt es auf den Punkt: „Jeder in berufliche Teilhabe und inklusive Berufsbildung investierte Euro schafft Chancen, fördert Selbstbestimmung und stärkt nachhaltig Wirtschaft, Gesellschaft und Menschen mit Behinderungen. Lohn statt Taschengeld muss Realität werden!“
Zahlreiche Unternehmen in unterschiedlichsten Branchen schätzen Menschen mit Behinderungen als wertvolle Teammitglieder. So wie Lina Kasapoglu, Inhaberin des Café Insieme in der Stadtgalerie in Schwaz in Tirol. Sie hat sich dazu entschieden, Verena Köll, eine Frau mit intellektueller Behinderung, in ihrem Betrieb anzustellen, und betont: „Jeder Mensch hat eine Probezeit verdient. Wenn ich jetzt die Verena sehe, sehe ich einen anderen Menschen. Sie ist hineingewachsen in den Job, aber sie hat die Zeit und vor allem die Begleitung am Anfang gebraucht. Menschen mit Behinderungen wollen ihr eigenes Geld verdienen und sind stolz darauf.“

Für Verena Köll, die vom inklusiven Restaurant Pippilotta – einem Ausbildungsbetrieb – auf den regulären Arbeitsmarkt in das Café gewechselt ist, sind vor allem der Lohn und die damit einhergehende Selbstständigkeit zentrale Faktoren: „Mein Leben hat sich total verändert. Das Wichtigste ist, ich kann mit der Bankomatkarte zum Bankomaten gehen. Für mich ist das die größte Veränderung. Aber auch die Ausbildung in der Pippilotta in Innsbruck war wichtig für mich; dort habe ich Selbstvertrauen gewonnen.“

Erfolgreiche Inklusion braucht professionelle Begleitung
Der Übergang aus einer Tagesstruktur oder aus der Schule in den regulären Arbeitsmarkt gelingt vielen Menschen mit Behinderungen in der Regel nicht ohne gezielte Unterstützung. Entscheidend ist eine professionelle Begleitung, sowohl für die Arbeitnehmer:innen als auch für die Arbeitgeber:innen. Sozialorganisationen in ganz Österreich unterstützen bei der Einarbeitung, begleiten bei Herausforderungen im Arbeitsalltag und stehen langfristig mit kompetenten Ansprechpersonen zur Verfügung.

„Ein inklusiver Arbeitsmarkt ist volkswirtschaftliche Notwendigkeit. Statt Sonderstrukturen braucht es reguläre Beschäftigung. NEBA-Angebote und andere arbeitsmarktpolitische Projekte, finanziert durch Bund und Länder, zeigen: Mit gezielter Unterstützung gelingt Teilhabe am ersten Arbeitsmarkt – im Interesse von Menschen, Wirtschaft und Gesellschaft.“ Andreas Jesse, Vorstand Dachverband Berufliche Inklusion-Austria (dabei-austria)

Was jetzt zu tun ist
Trotz positiver Beispiele – Lebensgeschichten und Videos finden sich auf www.chancenreich.at – sind Menschen mit Behinderungen am Arbeitsmarkt nach wie vor strukturell benachteiligt. Ihre Arbeitslosenquote liegt deutlich über dem Durchschnitt, ihre Beschäftigungschancen sind erheblich geringer.

„Dass Menschen mit Behinderungen deutlich stärker von Armut bedroht sind als die Durchschnittsbevölkerung, ist ein klares Alarmsignal: In unserer Gesellschaft haben nicht alle die gleichen Chancen. Die Zahlen und die Erfahrungen Betroffener zeigen deutlich, dass Österreich im Sinne der Menschenrechte noch erhebliche Anstrengungen unternehmen muss, um einen wirklich inklusiven Arbeitsmarkt zu schaffen“, betont Anna Parr, Generalsekretärin der Caritas Österreich.

Die folgenden Forderungen des Bündnisses für Inklusion am Arbeitsmarkt werden am 5. Mai 2026 an die Bundesregierung und die Landesregierungen gestellt:

  1. Stabil finanzieren statt kürzen
    Berufliche Inklusion braucht eine verlässliche, von Konjunkturschwankungen unabhängige Finanzierung. Kürzungen bei Programmen zur Qualifizierung, Vermittlung und Begleitung von Menschen mit Behinderung sind teuer, weil sie Arbeitslosigkeit, Armutsrisiken und Folgekosten erhöhen.
  2. Ausgleichstaxfonds sichern
    Der Ausgleichstaxfonds (ATF) ist ein zentrales Instrument zur Finanzierung beruflicher Inklusion und beruflicher Assistenz am Arbeitsplatz. Er muss langfristig abgesichert und ausreichend dotiert sein.
  3. Gleiche Chancen für alle
    Viele Menschen mit höherem Unterstützungsbedarf arbeiten heute nur für ein Taschengeld und haben kaum Zugang zu regulärer Beschäftigung. Nur in vier Bundesländern gibt es Angebote zur beruflichen Inklusion für diese Gruppe. Diese Angebote müssen überall im Land zur Verfügung stehen. Auch brauchen diese Menschen ein Rückkehrrecht in Tagesstrukturen, damit Arbeitsversuche und Übergänge in bezahlte Beschäftigung ohne Existenzangst möglich sind.
  4. Inklusive Bildung und Ausbildung als Fundament
    Eine inklusive Schule und Berufsausbildung ist die Grundlage für spätere Teilhabe am Arbeitsleben. Fehlende Ressourcen, unzureichender Zugang zu Schulassistenz und Ausgrenzung erschweren den späteren Einstieg in die Erwerbsarbeit. Es braucht eine politische Schwerpunktsetzung auf inklusive Bildung und Berufsausbildung.

*Hinweis: die 15% beziehen sich auf Menschen mit registrierter Behinderung (inkl. Kinder und Menschen ab 65 Jahre). Aus diesem Grund, kann diese Zahl nicht direkt mit der regulären Erwerbsquote verglichen werden. Die Erwerbsquote von 54,1% beinhaltet hingegen alle Menschen mit selbsteinschätzender Behinderung im erwerbsfähigen Alter (Altersgruppe 18-65 Jahre) und ist damit besser vergleichbar mit der regulären Erwerbsquote von 74,3%.

Fragen und Antworten

Fragen und Antworten

Mythen und Fakten rund um die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen:

Hier räumen wir mit den häufigsten Fehl-Annahmen in Bezug auf Inklusion von Menschen mit Behinderungen am Arbeitsmarkt auf und beantworten die wichtigsten Fragen rund um das Thema.

FAKT: Der besondere Kündigungsschutz greift erst nach vier Jahren im Betrieb.

Der besondere Kündigungsschutz nach dem Behinderteneinstellungsgesetz (BEinstG) gilt nicht ab dem ersten Tag. Er tritt erst nach einer ununterbrochenen Beschäftigung von vier Jahren in Kraft und auch dann bedeutet er nicht „unkündbar“, sondern lediglich, dass vor einer Kündigung die Zustimmung des Behindertenausschusses beim Sozialministeriumservice eingeholt werden muss. 

Dieser Ausschuss prüft die Situation und trifft eine sachliche Entscheidung. Sachlich begründete Kündigungen, etwa bei schwerwiegenden Pflichtverletzungen oder betrieblichen Erfordernissen, werden durchaus bewilligt. Der Schutz soll verhindern, dass Behinderung allein Grund für eine Kündigung ist, ein fairer Ausgleich, kein bürokratisches Hindernis.

FAKT: Barrierefreiheit ist individuell und es gibt Förderung für nötige Anpassungen.

Ob bauliche Maßnahmen notwendig sind, hängt vollständig von der Art der Behinderung der einzustellenden Person ab. Viele Menschen mit Behinderungen benötigen keinerlei bauliche Veränderungen am Arbeitsplatz, etwa bei Seh- oder Hörbeeinträchtigungen, psychischen Erkrankungen oder Lernschwierigkeiten. 

Wenn Anpassungen nötig sind, übernimmt das Sozialministeriumservice in vielen Fällen die Kosten im Rahmen der „Arbeitsplatzsicherung“, dazu zählen technische Hilfsmittel, ergonomische Ausstattung, aber auch bauliche Maßnahmen. Sprechen Sie im Vorfeld einfach mit der zuständigen Beratungsstelle, das klärt sich rasch und unkompliziert. 

FAKT: Leistungsfähigkeit ist individuell und Behinderung sagt nichts darüber aus.

„Behinderung“ ist ein rechtlicher und sozialer Begriff, kein Maß für Arbeitsvermögen. Die tatsächliche Leistungsfähigkeit einer Person hängt von Eignung, Motivation und Erfahrung  ab, nicht von einem “Behindertenstatus”. Studien und Erfahrungen aus der Praxis zeigen: Menschen mit Behinderungen sind oft überdurchschnittlich motiviert, loyal und zuverlässig, weil ihnen eine solche Chance viel bedeutet. Viele bringen zudem besondere Stärken mit, die im Betrieb wertvoll sind: Problemlösungskompetenz, Ausdauer, Empathie und eine besondere Sorgfalt. Entscheidend ist, dass Aufgaben und Rahmenbedingungen zur Person passen, das gilt für alle Mitarbeitenden. 

FAKT: Diese Annahme ist weit verbreitet, aber nicht haltbar.

Befragungen von Arbeitgebern zeigen, dass Menschen mit Behinderungen im Schnitt nicht öfter fehlen als Mitarbeitende ohne Behinderungen. Belastbare Zahlen gibt es dazu – wie so oft in Österreich – aber keine. 

FAKT: Vielfalt stärkt Teamdynamik, wenn sie gut begleitet wird.

Produktive Teamdynamik entsteht durch Vielfalt, nicht durch Homogenität. Diverse Teams, und dazu zählt auch die Einbeziehung von Menschen mit Behinderungen, sind nachweislich kreativer, empathischer und belastbarer. Unterschiedliche Lebenserfahrungen bereichern Perspektiven und helfen dabei, Probleme besser zu lösen. Viele Betriebe berichten, dass die Teamkultur durch inklusive Beschäftigung dauerhaft profitiert: mehr Rücksichtnahme, offenere Kommunikation, weniger „Ellenbogenkultur“. Ideal ist, wenn professionelle Jobcoaches den Einstieg begleiten und sowohl die neue Person als auch das Team unterstützen. 

FAKT: Kund:innen reagieren meist positiv und oft wird Inklusion aktiv wertgeschätzt.

Untersuchungen zeigen, dass Kund:innen Unternehmen, die sichtbar inklusiv handeln, positiver bewerten. Inklusion ist ein echtes Qualitätsmerkmal und ein Ausdruck gesellschaftlicher Verantwortung. Natürlich braucht es eine gute Vorbereitung: Die neue Person sollte gut in ihre Aufgaben eingearbeitet sein, bevor sie Kundenkontakt hat. Und Führungskräfte können durch eine natürliche, wertschätzende Haltung im Umgang das Klima im Betrieb prägen. In der Praxis berichten Betriebe häufig, dass Kund:innen von sich aus positiv auf inklusives Arbeiten ansprechen, mitunter wird es sogar zum Alleinstellungsmerkmal und Kommunikationsthema. 

Wer Inklusion als Teil seines Unternehmens-Leitbilds authentisch kommuniziert, stärkt damit sein Ansehen, bei Kund*innen, aber auch bei potenziellen Mitarbeitenden. 

FAKT: Auch Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf gelingt Inklusion, mit den richtigen Rahmenbedingungen.

Der erste Arbeitsmarkt ist kein einheitliches Gebilde: Es gibt Aufgaben und Tätigkeiten in beinahe jedem Betrieb, die sich für unterschiedlichste Fähigkeitsprofile eignen. Mit professioneller Begleitung durch Jobcoaching, entsprechende Lohnkosten-Bezuschussung („Supported Employment“) und individuelle Arbeitsplatz-Anpassungen gelingt Inklusion auch für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf. Wichtig ist ein sorgfältiges „Matching“ zwischen Person, Aufgabe und Umfeld. 

FAKT: Es gibt zentrale Anlaufstellen, die Sie durch den gesamten Prozess begleiten.

Ja, das österreichische Fördersystem wirkt auf den ersten Blick unübersichtlich. In der Praxis brauchen Sie jedoch nur eine einzige Anlaufstelle – das NEBA Betriebsservice: 

https://betriebsservice.info/ 

Dort erhalten Sie eine persönliche Beratung, die Ihre konkrete Situation aufnimmt und Ihnen genau erklärt, welche Förderungen für Sie relevant sind. Zu den häufig genutzten Leistungen zählen: 

  • Lohnkosten-Beihilfen
    • Zuschüsse zu den Lohnkosten in der Einarbeitungsphase
    • Investitionsförderungen
    • für technische Hilfsmittel oder Arbeitsplatzanpassungen 
  • Jobcoaching: kostenlose Begleitung für Betrieb und Mitarbeitende
  • Qualifizierungs-Maßnahmen: für die fachliche Weiterentwicklung

Viele dieser Maßnahmen werden durch den Ausgleichstaxfonds finanziert. Das Behinderteneinstellungsgesetz (BEinstG) verpflichtet Betriebe ab 25 Mitarbeitenden, pro 25 Beschäftigte mindestens eine „begünstigte behinderte“ Person einzustellen. Wer diese Stelle nicht besetzt, zahlt stattdessen eine monatliche Ausgleichstaxe an den Ausgleichstaxfonds. Die Mittel fließen direkt in Förderungen zurück, die inklusiven Unternehmen zugutekommen.

Stand: 29.04.2026